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 Pilgerfahrt nach Seibersdorf











































1. Mai 2008: Ein dumpfes Brummen hallt durch den 300 – Seelen – Ort Seibersdorf, dem bekannten Anlaufpunkt für rallye - und fernreisebegeisterte GS Fahrer. Die Mitglieder des 2006 gegründeten HPN Owners Club rollen an, um ein Treffen am Geburtsort ihrer Rallyeboliden auszurichten. Auf den Nummernschildern sind Herkunftsorte wie Berlin oder Rotterdam/NL zu erkennen.

Der Vorstand des noch jungen aber aktiven Clubs hat sich dazu allerhand einfallen lassen. Nach der Begrüßung durch den Vorstand und einer Stärkung beim Kirchenwirt, wo schon Generationen von GS Fahrern untergebracht waren, zeigte Herbert Worm einen beeindruckenden Diavortrag über eine Reise durch das australische Outback. Natürlich war sein Reisefahrzeug eine HPN.

Nach vielen Benzingesprächen einer viel zu kurzen Nacht luden am nächsten Morgen Pepperl und Co. zur Werksbesichtigung. Zuerst ging es zu den ehemaligen Rallyemaschinen, die sich in einem kleinen Ausstellungsraum befinden. Klaus Pepperl erzählte viele Geschichten vergangener Dakar und Baja Rallyes. Von der HPN Baja über die Rahier GS bis zur letzten Vierventilmaschine von 2001 wurden alle Details der Boliden erklärt.

Ein besonderes Highlight war eine ehemalige Sixdays Maschine mit nur 150kg Gewicht. Danach wurde die Werkstatt mit all ihren Fertigungsmöglichkeiten besichtigt. Dabei gab es auch Rallyemaschine von Raymond Loizeaux zu sehen, die gerade auf den großen Service wartet. In einem Nachbargebäude gab es anschließend noch mehr alte Rallyeboliden, wenn auch in einem mehr oder weniger restaurationswürdigen Zustand zu sehen. Im Keller staunten alle über das riesige Ersatzteillager der letzten Dakareinsätze aus dem Jahr 2001. Als Abschluss der Besichtigungstour ging es auf den Dachboden der Werkstatt: Dort hingen wie gut abgehangene Schinken unzählige Rahmen und Tanks von der Decke. Technisch besonders interessant war dabei der erste Prototyp einer Paraleverschwinge.

Nach soviel Technik wollten die HPN OC Mitglieder ihre edlen Bikes natürlich auch standesgemäß bewegen. Die Organisatoren hatten sich auch dazu wieder etwas Besonderes einfallen lassen. In zwei Gruppen ging es offroad durch Niederbayern. Wobei die „schnelle Truppe“ von Rallyefahrer Gerhard Stranzinger, der schon mehrere Afrikarallyes auf HPN absolvierte, angeführt wurde. Dementsprechend anspruchsvoll ging es dann auch zur Sache. Die Genießertruppe mit den sogenannten “Hamperten“, die in Wirklichkeit jedoch keine war, musste unterwegs auch einige schwierige Passagen meistern. Besonders die Sumpfdurchquerung trieb so manchem den Schweiß auf die Stirn.

Nach der Rückkehr am Abend traten nun Pepperl und Halbfeld wieder auf den Plan und verwöhnten die müden Augen mit Filmen über die alten Sixdays und Dakars.

Am letzten Tag führten die Tourguides die HPN Treiber nochmals durchs Unterholz. Dass dabei der ein oder andere zu Boden ging, gehörte einfach dazu. Wie in Bayern üblich, fand man sich kurz vor 12 Uhr wieder bei HPN in der Hofmarkstrasse 1 ein, um eine zünftige Weißwurstmahlzeit einzunehmen. Die Teilnehmer erzählten dabei von den erlebten Abenteuern und erwarben auch gleich das ein oder andere Ersatzteil, um die ersten Kampfspuren zu beseitigen.

Danach waren sich alle einig, dass die HPN OC Pilgerfahrt nach Seibersdorf eine gelungene Veranstaltung war und es 2009 wieder ein Event des umtriebigen Clubs geben sollte.

Text und Fotos: Timo Rokitta